| Experimente in Projektion - Chemie en miniature
Lernziel: Hypsochrome Verschiebung, Solvenspolarität Peter Keusch |

Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen:
Schutzbrille und Schutzhandschuhe erforderlich. Die Experimente sind in einem Tischabzug durchzuführen! Versuchsdurchführung: 1. Einige Kristalle des Pyridiniumbetains (Farbstoff I) werden in jeweils 1 mL Aceton (R1), Isopropanol (R2) und Ethanol (R3) gelöst und 1 Tropfen Piperidin zugesetzt. Man stellt in die Reagenzgläser eine Pipette, deren ausgezogene Spitze etwas Farbstoff enthält und drückt den Farbstoff in das Lösungsmittel. 2. Einige Kristalle des Pyridiniumjodid (Farbstoff II) werden in 1 mL Aceton gelöst und anschließend tropfenweise mit Wasser versetzt 3. Farbstoff II wird in jeweils 1 mL n-Butanol (R1), Methanol (R2) und Wasser (R3) gelöst. 4. Etwas Chinoliniumbetain (Farbstoff III) wird in 1 mL Wasser gelöst, die Lösung mit Chloroform versetzt und anschließend die Phasen durchmischt. Versuchsergebnis: Versuch 1:
![]() Versuch 2: Bei blauer Farbe beginnend wird das ganze Spektrum durchlaufen bis hin zu Gelb.
| ![]() Versuch 3
Versuch 4: In Wasser ist das Methylchinolinium-betain mit blutroter, in Chloroform mit tintenblauer Farbe gelöst. Deutung des Versuchsergebnisses: Vorliegende Farbstoffe zeigen zeigen negative Solvatochromie. Mit steigender Solvenspolarität findet eine hypsochrome Verschiebung des Absorptionsmaximums statt. ![]() · Der angeregte Zustand ist weniger polar als der Grundzustand (1). Polare Lösungsmittel stabilisieren den Grundzustand. Die Energiedifferenz zwischen Grundzustand und angeregtem Zustand wird mit steigender Solvenzpolarität größer. Die Anregungsenergie nimmt zu. Das Absorptionsmaximum wird zum Kurzwelligen verschoben (2). ![]() · Unpolare Lösungsmittel destabilisieren hingegen den polaren Grundzustand. Dieser wird energetisch angehoben. Die Energiedifferenz zwischen Grundzustand und angeregtem Zustand wird kleiner, was zu einer bathochromen Verschiebung des Absorptionsmaximums führt. Zusammenfassung: Das Vorzeichen der Solvatochromie ist abhängig von der Polarität der Farbstoffmoleküle im Grundzustand. Aus dem Phänomen der Solvatochromie ergeben sich zwei Anwendungsbereiche: · Bestimmung der Polarität organischer Farbstoffe im Grundzustand, d.h. Erfassung des Mesomerieschwerpunktes in verschiedenen Lösungsmitteln · Bestimmung von Solvenspolaritäten. Hinweise: Experimente in Projektion - Positive Solvatochromie Computergestützte Experimente Negative Solvatochromie Computergestützte Experimente Positive Solvatochromie Allgemeine Instruktionen zur Versuchsdurchführung und Auflistung der Experimente (Download) |