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Computergestützte Experimente - Messung: Redoxpotential

Elektrochemie
Redoxtitrationen: Cerimetrie, Manganometrie, Dichromatometrie

Ziel: Bestimmung des Äquivalenzpunktes durch Messung des Redoxpotentials

Peter Keusch



Messwerterfassung mit dem Programm CHEMEX und dem Analog-Digital-Wandler CHEMBOX
IBK electronic + informatic




English version



Chemikalien:
0.1 M Cer(1V)sulfat - Lösung
0.1 M Kaliumdichromat - Lösung
0.02 M Kaliumpermanganat - Lösung
ca 0.02 M Eisen(II)ammoniumsulfat - Lösung
ca 0.1 M Eisen(II)ammoniumsulfat - Lösung
ca 0.1 M Kaliumhexacyanoferrat(II) - Lösung
ca 0.004 M Wasserstoffperoxid - Lösung
Wasserstoffperoxid 30 %
konz. Schwefelsäure

Geräte und Glaswaren:
Magnetrührer
Magnet-Rührstäbchen
Rührstabentferner
Kontaktthermometer
10 Bechergläser 250 mL
Bürette 50 mL
Vollpipetten 10 mL, 20 mL, 50 mL, 100 mL
Eppendorfpipette (100 mL)
Peleusbälle
Redoxelektrode  (IBK electronic + informatic)
Tropfenzähler  (IBK electronic + informatic)
Entsorgungskanister


Gefahren und Sicherheitsmaßnahmen:

Kaliumdichromat kann Krebs erzeugen und erweist sich als verhängnisvoll wenn eingeatmet, verschluckt oder über die Haut aufgenommen. Reizt Augen und Atmungsorgane.
Konz. Schwefelsäure kann schwere Verätzungen verursachen. Gefahr ernster Gesundheitsschäden auch beim Einatmen und Schlucken.

Schutzbrille und Schutzhandschuhe erforderlich.










Theoretische Grundlagen


Kalibrierung der Redoxsonde:

Die Redoxsonde wird auf eine Kaliumhexacyanoferrat(II)-Lösung eingestellt, deren Redoxpotential vor einer Redoxreaktion mit 0.1 M Cer(1V)sulfat - Lösung (0.16 V) und danach (1.184 V) bekannt ist. Die entsprechenden Konzentrations- und Potentialverhältnisse können einschlägiger Literatur entnommen werden.
Versuchsaufbau
Abb. 1: Versuchsaufbau


4.222 g Kaliumhexacyanoferrat-trihydrat werden in einem 90 mL 0.1 molarer Schwefelsäure gelöst und 10 mL Wasser zugesetzt.

Die Redoxsonde (1) wird an den Eingang 4 (pH / Spannung) der CHEMBOX angeschlossen und der  Tropfenzähler  (2)  an den Ereignis-Eingang 7  (Abb. 1).

Der Computer wird eingeschalten, das Programm Chemex aufgerufen und im Menü  'Optionen - Kalibrierung - pH-Wert'  gewählt. Um den Kanal für den pH-Wert auf die Spannung der Redoxsonde umzuschreiben muß zunächst für Kanal 4 sowohl ein geeigneter Spannungsbereich gewählt werden, welcher die vorliegende Experimente abdeckt (Beispiel: 0.1 V bis 1.5 V), als auch der Fixbereich des pH-Wertes beendet werden ("Haken" herausnehmen). Man bestätigt die Werte mit OK und kehrt zum Kalibrierfeld zurück.


Kalibrierung
Abb. 2: Kalibrierung der Redoxsonde
Unter  Pool  trägt man  'Redoxsonde',  unter  Wert  die Einheit  'V'  ein. Die Redoxsonde taucht bis zur vollständigen Benetzung ihrer Elektroden in die Kaliumhexacyanoferrat(II) - Lösung ein. Bei  Ref1  wird die entsprechende Spannung in Volt  (0.16 V)  eingetragen und  Set 1  geklickt. Nun titriert man die Kaliumhexacyanoferrat(II) - Lösung mit 0.1 M Cer(1V)sulfat - Lösung bis zum Endpunkt (Verbrauch: 40 mL), an dem sich der aus der Literatur entnommene Redoxpotentialendwert einstellt. Durch Eingabe der entsprechenden Spannung  (1.184 V)  bei  Ref2  und Klick auf  Set 2  wird der zweite Referenzpunkt festgelegt. Beide Buttons (Ref1, Ref2) müssen mit einem grünen Haken versehen sein. Ansonsten ist die Kalibrierung zu wiederholen. Das Programm 'Chemex' berechnet die Kalibrierformel, mit deren Hilfe die eingehenden Signale in Spannung umgerechnet werden.



Kalibrierung des Tropfenzählers:


Da die einzelnen Maßlösungen eine unterschiedliche Viskosität besitzen, ist der Tropfenzähler jeweils neu zu kalabrieren. Es empfiehlt sich jede Kalibrierung unter einem entsprechenden Dateinamen abzuspeichern  (Abb. 3).


Kalibrierung
Abb. 3: Kalibrieranleitung


Versuchsdurchführung:


Die Bürette wird mit der Maßlösung versorgt. In das Becherglas pipettiert man die zu titrierende Lösung und setzt den Rührer in Gang. In die Lösung taucht die Redoxelektrode  (Abb. 1),  die an den Eingang pH / mV der CHEMBOX angeschlossen ist. Nachdem mit dem Zutropfen der Maßlösung begonnen wurde, wird die Messung gestartet. Die sich ändernde Spannung kann am Bildschirm verfolgt werden.

Ermittlung des Äqivalenzpunktes: Bereits auf dem Messbildschirm lässt sich der Äquivalenzpunkt exakt bestimmen (siehe Abbildungen 'Messbildschirm').An die linearen Abschnitte in den beiden flachen Bereichen der sigmoiden Titrationskurve wird je eine Tangente gelegt. Eine weitere Gerade zieht man durch den linearen Abschitt vertikalen Kurvenabschnitt Diese Procedere ermöglicht die Ermittlung des Äquivalenzpunktes. Durch Postionieren des Mauszeigers auf die Schnittpunkte der Scheiteltangenten mit der Tangente durch den Umschlagsbereich werden die entsprechenden Potentialwerte Ea und Eb angezeigt.

Das Potential Ec am Äquivalenzpunkt ist gegeben durch:

Ec  =  (Eb  +  Ea)  /  2

Bei Fixierung des Wertes von Ec (auf der Tangente durch den Umschlagbereich) mit dem Mauszeiger zeigt 'Chemex' das exakte Volumen der Maßlösung an, das bis zur Erreichung des Äquivalenzpunktes verbraucht wurde  (Abb. 4  Maus-Cursor: Pfeil nach NW ).


Experiment 1:
Titration einer Kaliumhexacyanoferrat(II) - Lösung mit 0.1 M Cer(IV)sulfat-Lösung (Cerimetrie)


Vorlage: 10 mL einer ca 0.1 M Kaliumhexacyanoferrat(II) - Lösung + 90 mL 0.1 M Schwefelsäure


Messbildschirm
Abb. 4: Messbildschirm


Gleichung


Berechnung der Kaliumhexacyanoferrat(II)-Konzentration:

c = n / V ® n (Cer(IV)sulfat) = c · V = 0.1 mol · L-1 · 10.3 mL = 1.03 mmol

gemäß den Gleichungen  (1):

n (Cer(IV)sulfat) º n (Kaliumhexacyanoferrat(II)) ® n (Fe2+) = 1 · 1.03 mmol = 0.00103 mol

c = n / V ® c (Kaliumhexacyanoferrat(II)) = 0.00103 mol / 0.01 L = 0.103 mol · L-1



Experiment 2:
Titration einer Ammmoniumeisen(II)-sulfat-Lösung mit 0.1 M Kaliumdichromat-Lösung (Dichromatometrie)


Vorlage: 80 mL einer ca 0.1 M Lösung von Ammoniumeisen(II)-sulfat-Hexahydrat + 5 mL konz. Schwefelsäure


Messbildschirm
Abb. 5: Messbildschirm


Gleichung


Berechnung der Fe2+-Konzentration:

c = n / V ® n (K2Cr2O7) = c · V = 0.1 mol · L-1 · 13.3 mL = 1.33 mmol

gemäß den Gleichungen  (2):

6 · n (K2Cr2O7) º n (Fe2+) ® n (Fe2+) = 6 · 1.33 mmol = 0.00798 mol

c = n / V ® c (Fe2+) = 0.00798 mol / 0.1 L = 0.0798 mol · L-1



Experiment 3:
Titration einer Ammmoniumeisen(II)-sulfat - Lösung mit 0.02 M Kaliumpermanganat - Lösung (Manganometrie)


Vorlage: 95 mL einer ca 0.02 M Ammoniumeisen(II)sulfat - Lösung + 5 mL konz. Schwefelsäure



Abb. 6: Messbildschirm


Gleichung


Berechnung der Fe2+-Konzentration:

c = n / V ® n (KMnO4) = c · V = 0.02 mol · L-1 · 20.4 mL = 0.408 mmol

gemäß den Gleichungen  (3):

5 · n (KMnO4) º n (Fe2+) ® n (Fe2+) = 5 · 0.408 mmol = 0.00204 mol

c = n / V ® c (Fe2+) = 0.00204 mol / 0.1 L = 0.0204 mol · L-1



Experiment 4:
Titration einer Wasserstoffperoxid-Lösung mit 0.02 M Kaliumpermanganat - Lösung (Manganometrie)


Vorlage: 30 mL 20%ige Schwefelsäure + 70 mL dest. Wasser + 40.8 ml Wasserstoffperoxid (30%)


Messbildschirm
Abb. 7: Messbildschirm


Gleichung


Berechnung der H2O2-Konzentration:

c = n / V ® n (KMnO4) = c · V = 0.02 mol · L-1 · 8.62 mL = 0.1724 mmol

gemäß den Gleichungen  (4):

5 · n (KMnO4) º 2 · n (H2O2) ® n (H2O2) = (5 · 0.1724 mmol) : 2 = 0.000431 mol

c = n / V ® c (H2O2 ) = 0.000431 mol / 0.1 L = 0.00431 mol · L-1



Index of Chembox Experiments






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