| Computergestützte Experimente - Messung: Absorption Entfärbung von Phenolphthalein in alkalischem Medium Peter Keusch |
Theoretischer Hintergrund: Phenolphthalein ist in saurer Lösung (pH < 8) farblos, rot in leicht alkalischer Lösung (9 < pH < l3) und wiederum farblos in stark alkalischem Medium (pH > 14). Bei Reaktion von Phenolphthalein mit NaOH entsteht zunächst unter Offnung des Lactonrings die rot gefärbte chinoide Form des Phenolphthaleins (Dinanion). Das Dianion besitzt ein augedehntes p - Elektronen-System. Die optimale Konjugation beruht auf der coplanaren Anordnung der beiden Phenolringe. Nach und nach nimmt die Intensität der Färbung ab, da die chinoide Form langsam mit den Hydroxidionen unter Bildung der farblosen, nicht-resonanten Carbinolform (Trianion) reagiert. Die Addition von Hydroxid an das zentrale C - Atom der Triphenylmethan-Struktur führt zu einer Unterbrechung des konjugierten p - Systems.
Abb. 1: Reaktion des Phenolphthaleins mit NaOH Die Kinetik der zweiten Reaktion kann durch Verfolgung der Entfärbung mit einem Fotometer überprüft werden. Die Anderung der Konzentration des Dianions (Ph 2 -) wird kontrolliert durch Messung der Absorptionsänderung als Funktion der Zeit. Die Reaktion gehorcht einem Geschwindigkeitsgesetz zweiter Ordnung: Ist die Konzentration von Phenolphthalein sehr klein im Verhältnis zu OH - (siehe Versuchsduchführung unten), so kann angenommen werden, dass die Konzentration von OH - während der Reaktion nahezu konstant bleibt. Das Geschwindigkeitsgesetz reduziert sich auf die Form whobei k' die Geschwindigkeitskonstante pseudo-erster Ordnung darstellt, die sowohl die "wahre" Geschwindigkeitskonstante zweiter Ordnung k als auch die experimentelle Konstante [OH -] einbezieht: Kinetische Gleichungen (Download PDF-Datei) Kalibrierung des Fotometers und Anpassung des Programms CHEMEX Der Schreiberausgang des Fotometers ist an den Einang Sensor1 der CHEMBOX angeschlossen. |
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Unter dem Menüpunkt Ansicht wird der Setup-Dialog aktiviert.
Mit K1 wird das kalibrierte Signal des Fotometers bezeichnet. K1 · 100 steht für die
Transmission T. Die anderen Kanäle verwenden ebenfalls das Signal K1, rechnen dieses jedoch
in den Wert für Extinktion E bzw. in -lnE oder 1/E um.
Versuchsdurchführung:
![]() Abb. 3: Versuchsaufbau und Aufnahme der Messung |
Das Experiment wird bei Raumtemperatur durchgeführt. In eine Küvette pipettiert man 2 mL 1 M NaOH. Mit einer
Mikropipette werden 10 mL alkoholischer Phenolphthalein-Lösung hinzugefügt. 2-3 maliges
Invertieren der mit einem Glasplättchen bedeckten Küvette sorgt für eine exakte Durchmischung der Reaktionslösung. Sofern
erforderlich wird die Aussenseite der Küvette mit Papier gut abgetrocknet. Nachdem die Küvette in den Strahlengang des Fotometers
(l = 565 nm) gebracht ist wird die Messung gestartet. Der Messtakt beträgt 1 Sekunde.
565 Das Absorptionsmaximum des pinkfarbenen Phenolphthalein-Dikations liegt bei 550 nm. Das verwendete Diodenfotometer (IBK) stellt drei über Schalter wählbare Leuchtdioden mit den Wellenlängen 660 nm (rot), 565 nm (grün) und mit 470 nm (blau) zur Verfügung. Auf dem Messbildschirm können die Änderung der Transmission, der Extinktion und des -lnE- bzw. 1/E - Wertes gleichzeitig verfolgt werden (Abb. 3, 4). Eine Ermittlung der Reaktionsgeschwindigkeit in situ auf der Basis einer kontinuierlichen Erfassung fotometrischer Daten ist nur in schnell ablaufenden Reaktionen möglich (siehe geforderte Temperaturkonstanz). |
Auf dem Bildschirm (Abb. 4) wird der Nachweis der Reaktionsordnung dargestellt.
Eine Änderung der Extinktion entspricht einer Änderung der Konzentration des Dianions Ph 2 - . Folglich
stellt die Auftragung der Extinktion E gegen die Zeit t einen Plot für eine Reaktion nullter Ordnung dar. Die Auftragung von 1/E gegen die Zeit trägt einer Reaktion zweiter Ordnung Rechnung, während die Auftragung von -lnE gegen die Zeit für eine Reaktion erster Ordnung gilt. Nur diese Auftragung liefert eine Gerade. Die Reaktion ist erster Ordnung.
Reaktionen erster Ordnung lassen sich durch die Halbwertszeit charakterisieren. Unter Halbwertszeit versteht man die Zeitspanne, in der die Konzentration eines Reaktanten auf die Hälfte der Anfangskonzentration gefallen ist. Entsprechendes Positionieren des Cursors gestattet die Bestimmung der Halbwertszeit t 1/2 auf dem Messbildschirm (Abb. 5 Maus-Cursor: Pfeil nach NW). Die Halbwertzeit ist unabhängig von der Anfangskonzentration bzw. von der Konzentration, die als "Ausgangspunkt" gewählt wurde. In obiger Abbildung sind zwei Halbwertszeit-Perioden von 25.1 s dargestellt. Die konstante Halbwertszeit ist der Beweis für eine Reaktion erster Ordnung
Gemäß

läßt sich die Reaktionskonstante pseudo-erster Ordnung mit k' = 0.0276 [ s -1 ] ermitteln
.
Hinweis:
Computergestützte Experimente Reaktionskinetik: Entfärbung der Triphemylmethanfarbstoffe - eine Reaktion pseudo-erster Ordnung
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