Google

Computergestützte Experimente - Messung: Absorption

Reaktionskinetik
Iodierung von Hydrochinon - eine Reaktion pseudo-erster Ordnung

Ziel: Ermittlung der Geschwindigkeitskonstanten und der Aktivierungsparameter

Peter Keusch



Messwerterfassung mit dem Programm CHEMEX und dem
Analog-Digital-Wandler CHEMBOX
IBK electronic + informatic


English version





Chemikalien:
0.4 M Hydrochinonlösung
0.05 M Iodlösung

Geräte und Glaswaren:
Magnetrührer
Magnetrührstäbchen
Rührstabentferner
Kristallisierschale d = 190 mm, h = 90 mm  (für Wasserbad)
Kontaktthermometer
Thermometer 0 - 50°C (Auflösung: 0.1°C)
2 Bechergläser 50 mL
2 Vollpipetten 20 mL
2 Vollpipetten 2 mL
4 Peleusbälle
Fotometer mit Schreiberausgang: Spectronic 20 Bausch & Lomb
Rundküvetten (Spectronic)
Entsorgungskanister



Theoretische Grundlagen:




Abb. 1: Iodierung von Hydrochinon


Unter den gegebenen Bedingungen (siehe Versuchsdurchführung) liegt eine Reaktion pseudo-erster Ordnung vor.


Kinetische Gleichungen


Kalibrierung des Fotometers und Anpassung des Programms Chemex erfolgen in Analogie zu der im Experiment Bromierung reaktiver Aromaten (Download)beschriebenen Verfahrensweise.

Spectronic 20 (Download) verfügt über einen analogen Ausgang an der Unterseite des Gerätes. Dieser wird mit dem Eingang Sensor1 der CHEMBOX verbunden.

Das Photometer wurde so konzipiert, dass bei einer Transmission von 100 % das analoge Signal an seinem Ausgang 1 Volt beträgt; sofern das Fotometer 0 % Transmission zeigt, ist die Ausgangsspannung 0 Volt.


The Absorptionswellenlänge beträgt 490 nm.

Die Kalibrierung des Photometers erfolgt mit einem entfärbten Gemisch von 2 ml 0.05 M Iodlösung und 2 ml of 0.4 M Hydrochinonlösung.








Versuchsdurchführung:

Versuchsaufbau
Abb. 2: Versuchsanordung
In ein Becherglas werden 20 mL der 0.4 molaren Lösung des Aromaten pipettiert. Mit 20 mL 0.05 M Iodlösung wird ein zweites Becherglas versorgt und dieses mit Parafilm verschlossen. Die beiden Bechergläser werden mit Stativklammern in einem Wasserbad gehaltert, in das ein Kontaktthermometer und ein Thermometer mit 1/10 °C - Einteilung eintaucht  (Abb. 2).  Um Reaktionstemperaturen unterhalb der Raumtemperatur zu erhalten, wird dem Wasserbad Eis hinzugefügt. Die beiden Lösungen werden auf die gewünschte Temperatur gebracht.

Während des Temperaturangleichs erfolgt die Kalibrierung des Fotometer und die Anpassung des Messprogramms.

Mit dem Wellenlängenknopf stellt man 490 nm ein. Nach erfolgtem Nullabgleich plaziert man in den Küvettenhalter eine Küvette, in der 2 mL 0.05 M Iodlösung mit 2 mL Hydrochinonlösung versetzt wurden. Die mit Parafilm verschlossene Küvette mird 2-3 mal invertiert und in den Küvettenhalter gebracht. Sobald das Transmissionsmaximum ereicht ist, wird das Fotometer auf die Transmission T = 100 % abgeglichen.

Nach einem 15 minütigem Temperaturangleich notiert man die Reaktionstemperatur auf genau 0.1 °C. Die Hydrochinonlösung wird schnell zur Iodlösung gegossen. Die beiden Losungen werde durch Schütteln des Becherglases gründlich durchmischt. Eine zu etwa 2/3 mit der Reaktionslösung gefüllte Küvette wird mit Papier gut abgetrocknet, mit Parafilm verschlossen und in den Strahlengang des Fotometers gebracht Die Messung gestartet. Der Messtakt beträgt 4 Sekunden.

Auf dem Messbildschirm kann der Verlauf der Transmission verfolgt werden (Abb. 3).

Eine Ermittlung der Reaktionsgeschwindigkeit in situ auf der Basis einer kontinuierlichen Erfassung fotometrischer Daten ist nur in schnell ablaufenden Reaktionen möglich (siehe geforderte Temperaturkonstanz).






Abb. 3: Auswertungsbildschirm  (1: 16°C   2: 21°C   3: 25°C)



Versuchsauswertung:

Datenanalyse mit Microsoft Excel - Chemische Kinetik (Download) - Ermittlung der Geschwindigkeitskonstanten k und der Aktivierungsparameter


Anhand von Excelfunktionen werden die Transmissionswerte in Extinktionswerte und -lnE - Werte umgewandelt (Tab. 1). Im Tabellenblatt wird ein Auftragung von E gegen t  (Abb. 4)  und von -lnE gegen t erstellt  (Abb. 5).


Excel
Tab. 1: Messwerte T(t), Berechnung von E und -lnE


absorbance
Abb. 4: Extinktion (1: 16°C, 2: 21°C, 3: 25°C)


rate constant
Abb. 5: Ermittlung der Proportionalitätskonstanten k'  (1: 16°C   2: 21°C   3: 25°C)



Messung

T [°C]
k' [s-1]
k [L · mol -1 · s -1]
1
16
0.01499
0.07495
2
21
0.0254
0.132
3
25
0.03894
0.1947
Tab. 2: Berechnung der Geschwindigkeitskonstanten k
(gemäß Reaktionsansatz gilt: k = k' / 0.2)


Trägt man die Geschwindigkeitkonstanten und die entsprechenden Reaktionstemperaturen in die Tabelle der Excel Datei Aktivierungsparameter (bitte Downloaden und mit MS Excel öffnen) ein, so werden alle Aktivierungsparameter (Tab. 3) errechnet und in einem Diagramm die Auftragungen nach ARRHENIUS und EYRING (Abb. 6) realisiert.



Tab. 3: Berechnung der Aktivierungsparameter


Abb. 6: ARRHENIUS- (1) und EYRING-Plot (2)