| Demonstrationsexperiment auf Video Bierschaum ist nur eine kurze Existenz beschieden - er wird geboren, lebt und stirbt Peter Keusch |
English version
Versuchsdurchführung: Zwei Weizengläser werden mit Weizenbier gefüllt. Die obere Innenwand des ersten Glases ist mit Fett bedeckt. Das Fett steht für ein fettbasiertes Glasreinigungsmittel und den Rückstand den es hinterlässt. Die Gläser werden beim Einschenken schräg gehalten. Die Schaumkrone sollte den oberen Glasrand erreichen.
![]() |
|
| · Der Bierschaum besteht in erster Linie aus einer Dispersion von CO2 in Bier. Neben dem CO2 sind bestimmte Proteine für die Schaumbildung von besonderer Bedeutung. Die aufsteigendenden Gasblasen akkumulieren auf ihrem Weg an die Oberfläche aus der Gerste stammende hochmolekulare Proteine. Diese schaumaktiven Substanzen haften an den Gasblasen und überziehen sie mit einer dünnen elastischen Hülle.
Unter diesen schaumbildenden Proteinen kommt dem Lipid-Transfer-Protein 1 (LPT1) eine besondere Bedeutung zu. Im Malz liegt die für die Schaumbildung inaktive Form des LPT vor. Während des Erhitzens der Stammwürze verliert LPT die dreidimensionale Struktur. Das denaturierte Protein ist oberflächenaktiv. · Sobald das Bier ins Glas gegossen mischen sich die Gasbläschen mit Luft, wobei die Schaumkrone entsteht. Der Schaum verhindert, dass die Kohlensäureblasen die Flüssigkeit verlassen. Das Bier bewahrt sich seine Vollmundigkeit und Rezenz (Spritzigkeit). Zum »bekömmlich bairisch Weiß« gibt es eine »Kurfürstlich-Bairische Verordnung« aus dem Jahre 1803. Da heißt es, dieses Bier solle »stark perlen und hoch schäumen; es muß die dem Hopfen eigene Bitterkeit mit sich führen, auf dem Gaumen eine kühlende und erquickende Empfindung erregen und der kitzelnde Geschmack desselben muß sich auch dem Geruch mitteilen«. |